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Das Foto zeigt eine Frau vor weißem Hintergrund, die sich ein Auge mit der Hand zuhält und dabei lächelt.

Was ist Augendominanz? Bedeutung & einfacher Test

Haben Sie schon einmal bemerkt, dass Sie mit einem Auge Dinge schärfer sehen können als mit dem anderen? Viele Menschen sehen mit einem Auge etwas schärfer oder präziser - ohne es zu merken. Dieses Phänomen nennt man Augendominanz. Sie beeinflusst, wie wir z.B. im Sport zielen, Entfernungen einschätzen oder fotografieren. In diesem Artikel erfahren Sie, was Augendominanz bedeutet, warum sie wichtig ist und wie Sie mit einem einfachen Test herausfinden, welches Auge bei Ihnen dominant ist.

Was ist Augendominanz?

Jeder von uns hat ein Auge, das bei der visuellen Wahrnehmung die “Führung” übernimmt. Dieses Auge nennt man das dominante oder führende Auge. Es ist das Auge, dessen Signale das Gehirn bevorzugt verarbeitet, wenn es um präzises Sehen oder das Fokussieren eines Ziels geht. Im Alltag fällt uns dieser Unterschied zwischen dominantem und nicht dominantem Auge oft gar nicht bewusst auf. Unser Körper verlässt sich in vielen Situationen ganz instinktiv auf das führende Auge.

Kein dominantes Auge? Ursachen und Bedeutung

Bei manchen Menschen ist kein Auge eindeutig dominant. Häufig spricht man dann von einer gemischten oder alternierenden (wechselnden) Augendominanz. Das bedeutet, dass das Gehirn je nach Situation mal das eine, mal das andere Auge für bestimmte Sehaufgaben bevorzugt.

Der Grad der Dominanz kann sehr unterschiedlich sein: Manche Menschen haben ein stark dominantes Auge, bei anderen ist der Unterschied zwischen den Augen nur gering ausgeprägt. Tests auf das dominante Auge, wie der Daumentest, zeigen dann kein eindeutiges Ergebnis, weil das Gehirn beide Augen flexibel nutzt.

Die Ursache liegt im visuellen Kortex des Gehirns, wo spezialisierte Neuronen auf Input von einem oder dem anderen Auge reagieren. Diese sogenannten dominanten Augensäulen sind bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt. Gleichzeitig kann das System aber auch flexibel sein, sodass sich die Dominanz bei manchen Personen je nach Situation leicht verschiebt.

In welchen Situationen macht Augendominanz den Unterschied?

Augendominanz zeigt sich besonders deutlich in Situationen, in denen Präzision gefragt ist. Im Sport ist das führende Auge deshalb oft der entscheidende Faktor für den Erfolg. Beispielsweise beim Bogenschießen richtet sich der Schütze automatisch mit dem dominanten Auge aus, um Entfernungen richtig einzuschätzen und treffsicher zu bleiben. Auch bei Ballspielen wie Baseball oder Tennis hilft es, Bewegungen und Geschwindigkeiten besser zu erkennen.

Auch beim Fotografieren wählen die meisten Menschen instinktiv das führende Auge, wenn sie durch den Sucher blicken, um die perfekte Perspektive zu wählen und das Motiv scharf zu fokussieren. Selbst bei Handyfotos kann es helfen, bewusst das dominante Auge einzusetzen, um den Bildausschnitt genau auszurichten.

 

Dominantes Auge testen - Schritt für Schritt

Möchten Sie selbst herausfinden, welches Ihr dominantes Auge ist? Es ist ganz einfach und funktioniert mit einem kleinen Selbsttest in wenigen Schritten:

  1. Strecken Sie beide Arme nach vorne aus und formen Sie mit den Händen ein kleines Dreieck oder einen Lochkreis zwischen Daumen und Zeigefinger.
  2. Fokussieren Sie ein fernes Objekt durch diese Öffnung.
  3. Schließen Sie abwechselnd ein Auge und beobachten Sie, bei welchem Auge das Objekt weiterhin genau sichtbar bleibt. Das Auge, bei dem das Zielbild am besten ausgerichtet bleibt, ist Ihr dominantes Auge.

Tipp: Wiederholen Sie den Test ein paar Mal, um sicherzugehen. Manche Menschen haben nur eine leichte Dominanz, bei anderen ist der Unterschied sehr deutlich.

Die Augendominanz ist ein spannendes Phänomen, das zeigt, wie unser Sehen funktioniert. Probieren Sie den Test doch einmal aus und erfahren Sie mehr über Ihre Sehkraft. Auf unserem Blog finden Sie weitere, spannende Artikel rund um die Themen Sehkraft und Augengesundheit. 

Titelfoto: iStockphoto.com/AaronAmat