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Branchennews Oktober

Netzhaut-Chip ermöglicht Buchstabenerkennung bei fortgeschrittener AMD

Ein neu zugelassener Netzhaut-Chip kann Menschen mit fortgeschrittener trockener altersabhängiger Makuladegeneration einen Teil der verlorenen Sehfunktion zurückgeben. Laut dog.org erreichten in der PRIMAvera-Studie 26 von 32 Patientinnen und Patienten eine klinisch relevante Verbesserung der Sehschärfe um mindestens zehn ETDRS-Buchstaben. Auf der Sehtafel können sie damit im unteren Bereich etwa zwei Zeilen mehr erkennen. Das Implantat wird unter die Netzhaut eingesetzt und wandelt Bildinformationen einer speziellen Kamerabrille in elektrische Signale zur Stimulation noch erhaltener Nervenzellen um. Normales Sehvermögen stellt die Technik nicht wieder her: Die Auflösung und das Gesichtsfeld bleiben begrenzt. Ein Farbsehen ist nicht möglich und die Nutzung erfordert eine mehrmonatige Rehabilitation.

Seltene Genvariante verursacht bislang unbekannte Netzhautdegeneration

Ein internationales Forschungsteam hat eine bisher unbekannte erbliche Netzhauterkrankung identifiziert, die mit der Variante p.Arg140Trp im EFEMP1-Gen zusammenhängt. Betroffen sind vor allem die periphere Netzhaut und die für das Sehen bei schwachem Licht wichtigen Stäbchen-Fotorezeptoren, während das zentrale Sehvermögen über Jahre relativ gut erhalten bleiben kann. Auffällig ist, dass Funktionsstörungen bereits auftreten können, bevor sichtbare strukturelle Netzhautschäden erkennbar sind. Die Untersuchung von drei nicht miteinander verwandten Familien zeigt zudem, dass unterschiedliche Varianten desselben Gens sehr verschiedene Krankheitsbilder verursachen können. Größere Studien sollen nun Verlauf, Häufigkeit und mögliche therapeutische Ansätze klären. 

Schwangerschaft kann Sehschärfe vorübergehend verändern

Hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft können unter anderem die Hornhaut, den Tränenfilm und damit auch die Sehschärfe beeinflussen. Häufig treten vorübergehend unscharfes Sehen, trockene Augen oder eine schlechtere Verträglichkeit von Kontaktlinsen auf. Nach Geburt und Stillzeit bilden sich diese Veränderungen meist wieder zurück. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft empfiehlt deshalb, neue Brillen- oder Kontaktlinsenanpassungen möglichst aufzuschieben, bis sich die Werte stabilisiert haben. Akute oder ungewohnte Symptome wie Gesichtsfeldausfälle, Doppelbilder oder plötzliches Verschwommensehen sollten dagegen augenärztlich abgeklärt werden. 

optaro® XL gewinnt SILMO d’Or 2026

Eschenbach Optik hat mit optaro® XL den SILMO d’Or 2026 in der Kategorie „Low Vision“ gewonnen. Die international besetzte Fachjury würdigte die Kombination aus Kameratechnik, hochauflösender Bilddarstellung und OCR-Funktion. optaro® XL verwandelt das iPad in eine digitale Lesehilfe für Menschen mit Sehbeeinträchtigung und ermöglicht neben der Live-Vergrößerung auch das Erfassen und Vorlesen kompletter Textseiten. Der SILMO d’Or wird jährlich im Rahmen der SILMO Paris vergeben und zählt seit mehr als drei Jahrzehnten zu den renommierten Auszeichnungen der internationalen Augenoptik- und Eyewear-Branche.

Diabetische Netzhautschäden bleiben häufig lange symptomlos

Eine diabetische Retinopathie kann fortschreiten, obwohl Betroffene zunächst keine Verschlechterung ihres Sehvermögens bemerken. Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft betrifft sie rund ein Viertel der Menschen mit Typ-1-Diabetes sowie 10 bis 15 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind deshalb entscheidend, um Gefäßveränderungen an der Netzhaut frühzeitig zu erkennen. Bei Typ-2-Diabetes ist eine Untersuchung bereits nach der Diagnose vorgesehen. Moderne Fundusfotografie in Verbindung mit künstlicher Intelligenz könnte die Früherkennung künftig zusätzlich unterstützen, sofern auffällige Befunde zuverlässig an die augenärztliche Versorgung angebunden werden.