Ein beeinträchtigtes Sehvermögen verändert nicht nur den Blick auf die Welt, sondern oft auch das soziale Leben von Betroffenen. In diesem Artikel erfahren Sie, warum es so leicht ist, sich in solchen Situationen zurückzuziehen und wie Sie der sozialen Isolation bewusst entgegenwirken können. Außerdem verraten wir, wie Sie eine passende Sehhilfe im Alltag unterstützen kann.
Was bedeutet Sehbeeinträchtigung überhaupt?
Der Begriff Sehbeeinträchtigung umfasst viele verschiedene Formen des eingeschränkten Sehens. Er reicht von leichten Einschränkungen der Sehschärfe bis hin zur hochgradigen Sehbehinderung oder vollständigen Erblindung. In Deutschland ist genau geregelt, wann jemand als sehbehindert gilt. Maßgeblich ist dabei das Sehvermögen auf dem besser sehenden Auge – und zwar mit bestmöglicher Korrektur durch Brille oder Kontaktlinsen.
- Sehbehindert ist, wer nicht mehr als 30 Prozent des normalen Sehvermögens erreicht.
- Hochgradig sehbehindert ist man bei einem Sehvermögen von höchstens 5 Prozent.
- Blindheit liegt in der Regel bei einem Sehvermögen unter 2 Prozent oder bei extrem eingeschränktem Gesichtsfeld vor.
Zur Einschätzung wird unter anderem die sogenannte GdB-Visus-Tabelle herangezogen, bei der die Sehschärfe und das Gesichtsfeld beider Augen berücksichtigt werden. Dabei ist nicht nur entscheidend, wie klar jemand sieht, sondern auch, wie viel vom Sichtfeld überhaupt erfasst werden kann. Eine Sehbeeinträchtigung kann also ganz unterschiedliche Ausprägungen haben und wirkt sich somit ganz unterschiedlich auf den Alltag und das soziale Leben von Betroffenen aus.
Wege aus der sozialen Isolation: Was Sie aktiv tun können
Auch wenn eine Sehbeeinträchtigung das Leben auf vielen Ebenen beeinflusst, gibt es Möglichkeiten, aktiv gegen Einsamkeit vorzugehen. Wichtig ist, das Problem ernst zu nehmen, aber auch zu wissen: Sie sind nicht allein. Hier sind einige Tipps, die unterstützen können:
- Suchen Sie Kontakt zu anderen: Vielleicht gibt es in Ihrer Nähe Gruppen oder Vereine für Menschen mit Sehbeeinträchtigung. Der Austausch mit anderen Menschen, die sich in einer ähnlichen Lebenssituation wie Sie befinden, kann guttun.
- Bleiben Sie aktiv: Auch kleine Spaziergänge oder regelmäßige Treffen mit Familie, Freunden oder Nachbarn helfen, mit anderen Menschen in Verbindung zu bleiben.
- Nutzen Sie Hilfsmittel: Digitale Sehhilfen oder andere Hilfsmittel können vieles erleichtern und so mehr Selbstständigkeit und Kontaktmöglichkeiten schaffen. Genaueres dazu lesen Sie im nächsten Absatz.
- Sprechen Sie über Ihre Gefühle: Es ist in Ordnung, sich einsam zu fühlen. Manchmal hilft es schon, mit einer vertrauten Person darüber zu reden.
Soziale Teilhabe ist möglich, auch wenn sich die eigenen Lebensumstände verändert haben. Diese Schritte können dabei helfen, den Alltag trotz Sehbeeinträchtigung sozialer zu gestalten. Vielleicht braucht es am Anfang etwas Mut, Unterstützung anzunehmen oder neue Wege zu gehen. Aber es lohnt sich: Mit Offenheit, passenden Hilfen und einem unterstützenden Umfeld lässt sich Einsamkeit spürbar verringern.
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