Plötzlich sehen Sie verschwommen, Farben wirken blasser oder Sie spüren Schmerzen hinter dem Auge – was kann dahinterstecken? Eine Sehnerventzündung tritt oft unerwartet auf und ist für viele Betroffene zunächst beunruhigend. Doch was genau passiert dabei im Auge, und wann sollten Sie ärztlichen Rat suchen? In diesem Artikel erhalten Sie alle wichtigen Informationen rund um die Sehnerventzündung.
Was ist eine Sehnerventzündung?
Eine Sehnerventzündung, auch optische Neuritis genannt, ist eine entzündliche Erkrankung des Sehnervs. Dieser Nerv leitet visuelle Informationen vom Auge an das Gehirn weiter und ist deshalb entscheidend für unser Sehvermögen. Wenn der Sehnerv entzündet ist, kann es zu Sehbeeinträchtigungen kommen. Diese sind meistens nur vorübergehend, sollten aber ernst genommen werden. Sehnerventzündungen treten vor allem bei Erwachsenen zwischen18 und 50 Jahren auf. Frauen sind dabei öfter betroffen als Männer.
Was sind die Ursachen für eine Sehnerventzündung?
Hinter einer Sehnerventzündung können verschiedene Ursachen stecken. Häufig tritt sie jedoch im Zusammenhang mit einer Autoimmunerkrankung auf, da sie durch eine Immunabwehr des Körpers ausgelöst wird. Besonders bekannt ist der Zusammenhang mit der Multiplen Sklerose, bei der Entzündungen im zentralen Nervensystem auftreten können. Manchmal bleibt die genaue Ursache jedoch unklar. Auch wenn sich die Beschwerden in vielen Fällen von selbst bessern, sollte eine Sehnerventzündung immer ärztlich abgeklärt werden – insbesondere, um mögliche Autoimmunerkrankungen als Ursache auszuschließen. Ihr Augenarzt oder Ihre Augenärztin steht Ihnen dabei beratend zur Seite und unterstützt Sie bei den nächsten Schritten.
Eine Sehnerventzündung erkennen: typische Symptome
Viele Betroffene schildern ganz ähnliche Beschwerden. Die Ausprägung der Symptome kann individuell sehr unterschiedlich sein. Eine Sehnerventzündung beginnt oft plötzlich und betrifft in den meisten Fällen nur ein Auge. Zu den typischen Symptomen gehören:
- Ein verschlechtertes Sehvermögen, oft innerhalb kurzer Zeit
- Verschwommenes, kontrastarmes oder nebliges Sehen
- Blasse oder verfälschte Farbwahrnehmung, besonders bei der Farbe Rot
- Dunkle Flecken oder Schatten im Sichtfeld
Schmerzen hinter dem Auge, vor allem bei Augenbewegungen
Typisch für eine Sehnerventzündung ist, dass die Beschwerden in den meisten Fällen innerhalb weniger Wochen von selbst zurückgehen. Daher ist nicht immer eine medikamentöse Behandlung erforderlich. In seltenen Fällen kann das Sehvermögen jedoch auch nach Abklingen der Entzündung dauerhaft eingeschränkt bleiben.
Um den Heilungsverlauf zu unterstützen, die Symptome schneller zu lindern und das relativ hohe Rückfallrisiko zu minimieren, kommen bei Bedarf Medikamente zum Einsatz. Häufig wird eine Kortisontherapie eingesetzt.
Welche Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet Ihre Augenärztin oder Ihr Augenarzt individuell.
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